
In dieser Meditation möchte ich dich zu einer Reise einladen – und zwar zu einer Sonnenaufgangsmeditation an einem schönen Ort an einer Küste.
Setze dich dazu also in deiner gewohnten Meditationshaltung hin, auf dem Kissen oder auf dem Stuhl, überprüfe, dass du aufrecht, entspannt und bequem dasitzt. Schließe nun die Augen, und lass die Bilder in dir entstehen, die dieser Sonnenaufgang in dir bringt.
Stell dir vor, wie du an der Meeresküste sitzt, es ist früh morgens und noch etwas frisch, aber das macht dir nichts aus, denn du hast einen wärmenden Schal um die Schultern gewickelt.
Auf der anderen Seite in der Ferne zeichnet sich eine schwarzblaue Küstenlinie ab, mit bergigem Hinterland. Die verschiedenen Hügelketten sind anfangs noch nicht klar zu erkennen, und werden von Augenblick zu Augenblick heller, und in unterschiedlichen Blautönen abgestuft zeichnen sie sich, je nach Entfernung ab. Der Himmel ist klar und wolkenlos, und kündigt in zarten Gelb- und Orangetönen die aufsteigende Sonne an. Vögel ziehen über dem Meer vorbei und am Himmel sind die Kondensationsstreifen zweier Flugzeuge zu sehen, die weiße Striche am hellblauen Himmel hinterlassen.
Es wird ein schöner, sonniger Tag werden, ein leichter Luftzug lässt die Wasseroberfläche lebendig erscheinen, es gibt keine Wellen, nur eine sacht gekräuselte Oberfläche, in der sich das Licht spiegelt.
Minute um Minute verändert sich das Bild, die Blautöne der Bergketten sind gegen vorne dunkler, weiter hinten heller, der Himmel verfärbt sich immer mehr orangefarben, und kurz bevor die erste Wölbung der Sonne erscheint, kündigt sie sich mit intensivem Orange an, bis sie dann wie ein glühender Feuerball aufsteigt. Die ersten Sonnenstrahlen sind zu sehen, und verwandeln den Anblick der Küstenlinie, die nun blassere Töne in Grau hat.
Immer weiter steigt die Sonne auf, ihr leuchtendes Licht und die Wärme werden langsam spürbar. Je weiter die Sonne hervor kommt, umso mehr zeichnet sich auch ein orangefarbenes Band auf der leicht gekräuselten Wasseroberfläche ab. Im Herbst, wenn das Wasser und vor allem die Luft schon etwas kühler sind, ist ein kleiner aufsteigender Nebel über der Wasseroberfläche zu sehen.
Verweile einige Minuten in diesem Augenblick, spüre die aufkommende Wärme der Sonne im Gesicht, wie sie dein Haar, die Stirn, die Nase bis zum Mund und Kinn erwärmt und nimm diese Energie mit tiefen Atemzügen in dir auf.
Spüre diesem Gefühl des Betrachtens dieses Naturschauspiels noch etwas nach, genieße diesen Augenblick und die Wärme die durch die Sonne entsteht.
Werde Dir nun langsam wieder deines Körpers bewusst, wie er da auf dem Kissen oder auf dem Stuhl sitzt und komme mit der Aufmerksamkeit wieder ins Hier und Jetzt zurück.